
Ich sage das jetzt einfach mal so.
Du brauchst vielleicht keine Webseite.
Ich weiß. Komisch, das von jemandem zu lesen, der seit über 27 Jahren genau das baut. Aber genau deshalb sage ich es. Weil ich es oft genug erlebt habe, wie eine neue Webseite jemanden mehrere tausend Euro gekostet hat – und dann passierte: nichts. Keine Anfragen. Kein Wachstum. Nur eine hübschere URL.
Das liegt fast nie am Design. Und fast nie an der Technik.
Wenn jemand zu mir kommt, frage ich zuerst: Warum?
Nicht um schwierig zu sein. Sondern weil die meisten auf diese Frage keine richtige Antwort haben.
„Die alte Seite sieht halt nicht mehr so toll aus.“ Okay. „Der Mitbewerber hat sich neu aufgestellt.“ Verstehe. „Man hat uns gesagt, wir brauchen das.“ Hm.
Das sind keine Gründe für eine neue Webseite. Das sind Auslöser. Und ein Auslöser reicht nicht, um ein gutes Projekt daraus zu machen.
Eine Webseite ist ein Werkzeug. Nicht mehr, nicht weniger. Und ein Werkzeug hilft nur dann, wenn man weiß, wozu man es braucht. Mit dem Hammer kann ich einen Nagel einschlagen oder mein Zelt aufbauen. Ich kann damit aber keine Schraube reindrehen. Klingt banal – aber im Web machen das täglich hunderte Unternehmen. Sie kaufen einen Hammer und wundern sich, dass die Schraube nicht hält.
Vier Situationen, in denen eine neue Webseite nichts bringt
Wenn das eigentliche Problem Vertrieb ist
Eine Webseite generiert keine Anfragen, wenn niemand weiß, dass es dich gibt. Und sie repariert kein Angebot, das niemand will. Ich habe Webseiten gebaut, die technisch und optisch einwandfrei waren – und trotzdem kein einziges Kontaktformular ausgefüllt bekommen haben. Weil das Unternehmen dahinter noch nicht wusste, wen es eigentlich ansprechen will. Das ist kein Webseiten-Problem. Das ist ein Positionierungs-Problem. Und das löst kein Pixeldesign der Welt.
Wenn du komplett von Weiterempfehlung lebst – und das auch gut so ist
Ich kenne Handwerker, Ärzte, Steuerberater, die seit 15 oder 20 Jahren ausgebucht sind. Keine Google-Anzeigen. Kein Instagram. Eine Webseite, die seit 2016 nicht angefasst wurde. Und trotzdem: voller Kalender, zufriedene Kunden, gesundes Unternehmen. Weil ihr Netzwerk sie trägt. Weil Qualität sich herumspricht. Für diese Menschen wäre eine aufwendige neue Webseite vor allem eins: Geld, das woanders besser aufgehoben wäre.
Wenn du noch nicht weißt, wer du eigentlich bist
Das ist der häufigste Fall. Und der teuerste. Jemand gründet gerade, hat eine grobe Idee vom Angebot, aber noch keine klare Zielgruppe. Noch kein Alleinstellungsmerkmal. Noch keine Sprache, die wirklich sitzt. Und dann bestellt er trotzdem eine Webseite, weil man das ja so macht. Das Ergebnis: eine Seite, die versucht, alle anzusprechen. Und deshalb niemanden wirklich trifft. Erst denken. Dann bauen. Nicht umgekehrt.
Wenn du ehrlich weißt, dass du keine Zeit für Pflege hast
Eine Webseite, die seit drei Jahren nicht angefasst wurde, ist kein Aushängeschild. Sie ist ein schlechtes Signal. Veraltete Infos, abgelaufene Veranstaltungen, ein Impressum mit alter Adresse – das wirkt nicht „irgendwie okay“. Das wirkt wie: Hier kümmert sich keiner. Und das überträgt sich auf das gesamte Unternehmen. Wenn du jetzt schon weißt, dass du keine Zeit für regelmäßige Pflege haben wirst – dann sollten wir darüber reden, bevor wir anfangen zu bauen. Nicht danach.
Und wann brauchst du sie dann wirklich?
Fast immer. Aber aus den richtigen Gründen.
Eine Webseite macht Sinn, wenn Menschen aktiv nach dir oder deiner Leistung suchen. Wenn du Vertrauen aufbauen willst, bevor der erste Anruf kommt. Wenn dein Angebot Raum braucht, um erklärt zu werden. Wenn du lokal gefunden werden willst – über Google, über Maps, über Suchbegriffe, die genau deine Kunden tippen.
Und noch was – das vergessen viele:
Deine eigene Webseite gehört dir. Instagram kann dich sperren. Facebook kann deine Reichweite auf null drehen. TikTok kann morgen verboten sein. Eine eigene Webseite ist dein Fundament. Dein digitales Zuhause, das niemand wegräumen kann. Das allein ist schon ein verdammt guter Grund.
Was ich wirklich meine, wenn ich das sage
Ich meine nicht: Vergiss das Internet, ruf mich nicht an.
Ich meine: Eine Webseite ohne Klarheit dahinter ist Dekoration. Manchmal schön. Oft teuer. Meistens wirkungslos.
Ich habe in meiner Karriere Aufträge abgelehnt. Nicht weil mir die Menschen unsympathisch waren. Sondern weil ich ehrlich nicht glauben konnte, dass eine neue Webseite in diesem Moment das Richtige für sie war. Das hat nicht immer Begeisterung ausgelöst. Aber es war das Richtige. Und die meisten haben sich hinterher bedankt.
Was ich anbiete, ist kein Design. Es ist ein Denkpartner. Jemand, der auch mal Nein sagt – oder zumindest: Warte kurz. Lass uns kurz nachdenken, bevor wir loslegen.
Drei Fragen, bevor du irgendwas in Auftrag gibst
Egal bei wem. Bei mir oder woanders. Beantworte dir ehrlich diese drei Fragen:
Was soll die Webseite konkret tun? Nicht „gut aussehen“. Sondern: Anfragen erzeugen? Vertrauen aufbauen? Produkte verkaufen? Bewerber ansprechen?
Wer soll sie finden – und warum sollte derjenige bleiben?
Bin ich bereit, sie zu pflegen und weiterzuentwickeln? Eine Webseite ist kein Projekt, das man „macht“ und dann abhakt. Sie ist ein laufendes Kommunikationsmittel.
Wenn du auf alle drei Fragen eine echte Antwort hast – dann lass uns reden. Dann bauen wir dir was, das wirklich wirkt.
Wenn noch nicht – dann helfe ich dir auch dabei, diese Antworten zu finden. Das gehört nämlich genauso zu meiner Arbeit.
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